Deutsche Sprache - schwere Sprache

Einfache Sprache vs. Leichte Sprache – wo liegt der Unterschied?

Immer wieder werden die Begriffe „Leichte Sprache“ und „Einfache Sprache“ synonym verwendet. Dabei handelt es sich hier um zwei recht unterschiedliche Formen der geschriebenen Sprache mit abweichenden Zielgruppen.

Ämter, Behörden, Firmen, ja sogar der Deutsche Bundestag hat ihn auf seiner Website: Den Link „Leichte Sprache“. Dagegen werden Seiten, die in Einfacher Sprache verfasst sind, nicht gesondert gekennzeichnet. Woran liegt das? Und wo liegt überhaupt der Unterschied?

Leichte Sprache

Leichte Sprache soll Informationen für Menschen mit kognitiven Einschränkungen bzw. Lernbehinderungen zugänglich machen und ist extrem einfach gehalten. Texte, die in Leichter Sprache geschrieben sind, kann man auf den ersten Blick als solche erkennen. Sie werden von speziell ausgebildeten Personen nach festgesetzten Regeln verfasst und sollten im Idealfall vor ihrer Freigabe von Testlesern aus der Zielgruppe auf Verständlichkeit überprüft werden.

Zu den Merkmalen von in Leichter Sprache geschriebenen Texten gehören:

    • kurze, einfach gehaltene Sätze
    • viele Zeilenumbrüche und Absätze
    • Verzicht auf Abkürzungen und Abstraktionen
    • Vermeidung von Fach- und Fremdwörtern
    • schwere Wörter werden erklärt
    • lange Wörter werden durch Binde-Striche oder Medio·punkte getrennt, damit sie leichter zu lesen sind
    • Formen wie Genitiv und Konjunktiv werden vermieden (statt Genitiv z. B. „von“)
    • Aufzählungspunkte werden zum einfacheren Verständnis verwendet
    • die Absätze werden meist mit einfachen Illustrationen ergänzt

Einfache Sprache

Die Einfache Sprache hat dagegen Menschen als Ziel, die zwar lesen können, aber Probleme haben, komplexere Texte zu verstehen, z. B. Personen, deren Erstsprache nicht Deutsch ist. Im Gegensatz zur Leichten Sprache kann man nicht an äußeren Kriterien erkennen, wenn ein Text in Einfacher Sprache geschrieben ist. Einfache Sprache gleicht in vielerlei Hinsicht unserer Alltagssprache.

Merkmale von in Einfacher Sprache geschriebenen Texten:

    • keine Bandwurmsätze
    • einfache Satzstrukturen
    • möglichst aktive Sprache
    • aussagekräftige Verben statt Nominalstil
    • Fremdwörter werden, wenn möglich, vermieden
    • einfache Nebensätze dürfen verwendet werden

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein Text in Leichter Sprache sieht zum Beispiel so aus:

Die Zentrale Auslands-Vermittlung und Fach-Vermittlung

Das kurze Wort dafür ist: ZAV.
Das ist ein Amt.
Es gehört zur Agentur für Arbeit.
Die Mitarbeiter von der ZAV
helfen verschiedenen Menschen-Gruppen dabei:
Einen Arbeits-Platz zu finden.
Die Menschen können zum Beispiel Beratung dazu bekommen:
Wie sie eine gute Bewerbung schreiben können.

Der gleiche Text in Einfacher Sprache:

Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV)

Die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) ist ein Teil der Agentur für Arbeit. Dort gibt es ein Team, das Akademiker*innen mit Schwerbehinderung bei der Jobsuche hilft. Die ZAV bietet Beratung, Stellenangebote und Bewerbungstipps.

Fassen wir also zusammen: Für die Leichte Sprache gibt es feste Regeln und sie zielt vor allem auf Menschen mit Behinderungen ab. Die Einfache Sprache hingegen bewegt sich ungefähr auf dem Niveau unserer Alltagssprache. Indem Sie Ihre Texte in Einfacher Sprache verfassen lassen, machen Sie sie einer breiteren Bevölkerungsschicht zugänglich.

Das englische Pendant zur Einfachen Sprache heißt übrigens „Plain English“ oder „Plain Language“.

Ich übersetze gerne Ihre Texte in Einfache Sprache oder Plain English. Sprechen Sie mich einfach an!

Weitere Informationen finden Sie hier.

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