Auf der Leipziger Autorenrunde 2025 habe ich mir den Vortrag des erfolgreichen Autors Michael Meisheit angehört, der (neben diversen Verlagsverträgen) als Selfpublisher unter anderem unter den Pseudonymen Vanessa Mansini und David Cordes schon über 30 Romane herausgegeben hat. Nach eigenen Angaben kann er davon gut leben. Michael hat uns einige seiner wichtigsten Tipps dafür verraten, wie man sein Buch auf Amazon sichtbarer macht und somit mehr Verkäufe generiert.

Michaels Strategie besteht vor allem aus zwei Punkten:

  1. Die perfekte Positionierung
  2. Das perfekte Timing

1. Positionierung

Michael hat uns am Beispiel von „Die unbekannte Tote: Küstenkrimi“ von der Autorin Beeke Belnord erklärt, was es mit der Positionierung auf sich hat:

Das Cover

Sagen wir, die Leserin Meike hat gerade einen Küstenkrimi gelesen. Nein, sie hat ihn nicht nur gelesen, sondern regelrecht verschlungen. Leider ist das Buch nun zu Ende. Doch Meike will mehr. Also begibt sie sich in den Buchladen ihrer Wahl und wird dort vor allem nach Büchern schauen, die versprechen, inhaltlich und von der Stimmung her ähnlich zu sein wie das Buch, das sie soeben beendet hat.

Illustration einer Ratte von hinten
Ratten-Fakt

Ratten gibt es auf jedem Kontinent außer in der Antarktis.

Was wird Meike hier wohl zuerst ins Auge fallen: ein Buch, auf dessen Cover ein Auto vor einem Kaufhaus zu sehen ist, oder das Buch mit den Möven und dem blutigen Messer auf dem Strandkorb?

Zwar hat „Die unbekannte Tote“ weder Standkorb noch Messer auf dem Cover, doch alles andere ist da, um die Handlung des Buches an die deutsche Nordseeküste zu verorten: Reetdachhäuser, Möven, ein Leuchtturm und das Meer im Hintergrund. 

Aber das ist noch nicht alles. Über dem Titel steht der Name der Reihe: Mordkommission Nordsee. 

Und selbst das ist der Autorin noch nicht genug gewesen. Denn Beeke Belnord ist so sicher ein Pseudonym wie auf Ebbe Flut folgt. Auch beim Namen hat die Autorin genau darauf geachtet, dass klar wird, wo das Buch spielt. Denn Beeke ist ein norddeutscher Name. Und Belnord ist ein Wortspiel, das so viel heißen soll wie „schöner Norden“. 

Die richtige Kategorie bei Amazon

Das Cover ist also genau auf das Genre abgestimmt. Nun muss das Buch nur noch gefunden werden. Das ist im Buchladen nicht ganz so kritisch, bei Amazon aber würde das Buch in der Kategorie „Krimis & Thriller“ untergehen. Es gilt also, eine möglichst genaue Unterkategorie zu finden, in der unsere Meike, die ja genauso ein Buch noch einmal lesen möchte, dann auch suchen wird. Idealerweise wäre das natürlich die Kategorie „Küstenkrimis“ (die es leider bei Amazon nicht gibt – von daher hätte Michael vielleicht ein besseres Beispiel wählen können, aber ihr versteht, was ich meine).

Sieh also zu, dass du dein Buch in genau der richtigen Kategorie einstellst. „Fantasy“ hat bei Amazon zum Beispiel zahlreiche Unterkategorien. Am besten lassen sich diese übrigens recherchieren, indem du oben in der Menüleiste auf „Bestseller“ klickst und von hier aus in der linken leiste „Bücher“ und dann die jeweilige Kategorie und Unterkategorie auswählst.

2. Das perfekte Timing

Disclaimer: Wie Amazons Algorithmus genau funktioniert, weiß leider niemand, der nicht in die tiefsten Geheimnisse des Konzerns eingeweiht ist. Aber es gibt Anhaltspunkte dafür, dass das, was Michael erzählt hat, stimmt.

Neben der Einordnung des Buches legt Michael Meisheit besonderen Wert auf die ersten Tage, in denen das Buch auf Amazon erhältlich ist. Denn Amazon platziert Bücher, die sich besser verkaufen, weiter oben als Bücher, die sich nicht verkaufen. Damit dein Buch verkauft wird, ist es also wichtig, möglichst viele Exemplare davon zu verkaufen. 

Lach nicht! Es gibt einen Trick: Und zwar musst du – laut Michael – für die Platzierung am oberen Ende genau genommen nur ein bis zwei Tage lang viel verkaufen. Es wird vermutet, dass Amazon zur Platzierung den Durchschnitt der Verkäufe aus den letzten 30 Tagen errechnet. Wenn dein Buch aber erst seit zwei Tagen zu haben ist, in dieser Zeit aber schon 150 Exemplare gekauft wurden, geht Amazon davon aus, dass es sich auch in den nächsten 28 Tagen so weiter verkauft, und rechnet entsprechend hoch. 

Es kommt also auf die ersten Tage an. Aber wie schafft man es, gerade in den ersten Tagen viele Exemplare zu verkaufen? Da gibt es zwei Methoden, die im Idealfall Hand in Hand gehen:

  1. Im Vorfeld schon Werbung machen.
    Kündige dein Buch groß an, sei es auf Amazon selbst oder in den sozialen Medien. Weise schon Wochen vorher darauf hin, ab wann dein Buch erhältlich sein wird. Mache die potenziellen Leser neugierig, so dass möglichst viele von ihnen dein Buch gleich in den ersten Tagen kaufen. Und damit sich viele von ihnen für den Kauf entscheiden, siehe Methode 2.

  2. Rabattaktionen zum Verkaufsstart.
    Verkaufe dein Buch in den ersten 2-3 Tagen (und nur dann!) sehr günstig. Denn dann werden viele das Buch direkt zu Anfang kaufen. Natürlich verdienst du dann weniger an diesen Verkäufen, aber dein Buch wird gleich mit einem hohen Ranking einsteigen. Damit möglichst viele Leute überhaupt wissen, wie sie dein Buch finden und dass es billiger zu haben ist, siehe Methode 1. 

Ja, und das war’s. Michael Meisheit schwört darauf, und bei ihm scheint es zu helfen! Lasst mich gerne wissen, welche Erfahrungen ihr damit gemacht habt. 

Kategorien: Selfpublishing

0 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert